„ Die Priester erzählten mir “, so heißt es bei Herodot, „ daß Mennes, der erste König Ägyptens, das Gebiet von Memphis mit Dämmen sicherste (und) nachdem das Gebiet trocken war, er die Stadt Memphis gründete.“

Nach der Reichseinigung von Unter- und Oberägypten wurde die Siedlung um 3 000 v. Chr. mit dem Bau einer Festung gegründet. Diese Vereinigung war kein einmaliger „Kriegsakt“, wie man erst glaubte, sondern umfaßte einen jahrhundertlangen Zeitraum.

Der Legende nach wird, wie oben erwähnt, Mennes die Stadtgründung zugeschrieben. Inzwischen zweifelt man allerdings daran. Anhand verschiedener Fundstücke ( z. B. die Narmerplatte), welche im Ägyptischen Museum von Kairo aufbewahrt werden, geht man davon aus, daß der erste historisch faßbare Herrscher, König Narmer der Reichsgründer war.

Der griechische Name Memphis leitet sich ab von  der unter Pepi I. Merire (Phios) entstandenen Grabpyramide dieses Herrschers in Sakkara, die Men-nefer-Pepi hieß ( = von Dauer ist die Schönheit des Pepi).

Schutzgott war der Gott Ptah, welchem der größte Tempel des Landes geweiht war. Begleitet wurde er von seiner Gemahlin, der Löwenköpfigen Sachmet, eine Kriegsgöttin,  die auch zuständig war für Gesundheit und Krankheit, sowie ihrem Sohn Nefertem, einer Erscheinungsform der jugendlichen Morgensonne. In diesem berühmten „Ptah - Tempel“ wurde die Pharaonen geweiht.

Die Blütezeit dauerte bis in die 12. Dynastie an und später verlief sie wechselhaft, aber keineswegs unglücklich.  Mit seinem Ptah Tempel war sie ein bedeutendes religiöses Zentrum.  

Während des gesamten Neues Reiches und danach genoß die Stadt einen guten Ruf, sie zog viele fremde Handels- und Gewerbetreibende an, wie Juden – Phönizier – Libyer – Aramäer – Griechen ...

Das endgültige Aus kam mit der Gründung von Al-Fustat ( heute Alt-Kairo) durch die arabischen Eroberer in der Mitte des 7. Jahrhundert nach Chr.. Dieses erfolgte etwas weiter nördlich, unweit eines römischen Nilüberganges mittels einer Pontonbrücke, der durch ein Kastell, die Festung „Babylon“ = „Haus des Nilgottes“) abgesichert war, in ähnlich strategisch günstiger Lage wie Memphis. Christen und Moslems ließen buchstäblich keinen Stein auf den anderen, sie verfrachteten alles,  was als Baumaterial zu verwenden war, nach Kairo und nahmen es zur Erstellung ihrer öffentlicher und privater Häuser. So wurde die Jahrtausende alte älteste Königsresidenz  vollständig zerstört. Der eindringende Nilschlamm tat sein übriges dazu.

Die Kolossalstatue von Ramses II. liegt heute in einem Schutzhaus in Memphis in einer begrünten Einfriedung unmittelbar an der Hauptstraße nach Sakkara..

Seit seiner Freischaufelung 1888 liegt das ehemals 13,5m (heute 10,5m) Standbild aus Alabaster Ramses II. auf dem Rücken. Zuvor hat es in Seitenlage in das Grundwasser hineingeragt, weswegen die linke Körperhälfte stark erodiert ist.

  Das Standbild soll einst mit seinem besser erhaltenem Gegenstück aus Rosengranit, welches heute auf dem Bahnhofsvorplatz in Kairo zu sehen ist, den Haupteingang des Ptah - Tempel geschmückt haben.

 

 

Zu beachten sind das ausdrucksvolle Gesicht mit Königsbart, der von 2 Falkenköpfen gezierte Dolch in seinem Königsschurz, die auf Brust, Gürtel Armreif eingemeißelten Namenskartuschen. 

Alabastersphinx

 

Im Jahre 1912 wurde die 80t schwere und 8m lange Alabastersphinx gefunden (einige Reiseführer geben die Größe von 4m Höhe und 6m  Länge an - ich habe nicht nachgemessen ). Es wird vermutet, daß die völlig inschriftenlose Sphinx die Züge Amenophis II. (18. Dynastie) trägt und ebenfalls einst mit evtl. gleichem Gegenstück im Ptah - Tempel  stand.

 

In der kleinen Gartenanlage sind noch viele guterhaltene Fundstücke ausgestellt. 

Links der Deckel des Sarkophags von Amenophis, genannt Huy. Die rundumlaufenden Reliefs zeigen Unterwelt- und Schutzgottheiten. 

 

Ebenso bemerkenswert ist die Stele aus Quarzit (rechts) mit einem Dekret des Saitenkönigs Apries (26. Dynastie) mit der angebrachten Inschrift , worauf die dem Ptah - Tempel zugehörigen Ländereien und Arbeiter verzeichnet sind und über deren Steuerbefreiung.

In Ruhe schauten wir uns vieles an, die Zeit verging im Nu, es hieß weiter ...

Das nächste Ziel war Sakkara mit den Djoser Pyramiden. Davon berichte ich auf der nächsten Seite.

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